Champignon – das Superlebensmittel

Die Presse und die sich mit Wellness und Gesundheit beschäftigenden Medien bezeichnen einige Lebensmittel und Lebensmittelgruppen als „Superlebensmittel“ (superfood). Dieser Trend hat natürlich seine ernährungswissenschaftliche Grundlage, aber oft übertreiben solche Analysen. Zurzeit werden folgende Lebensmittel als Superlebensmittel genannt: Olivenöl, Rotwein, Fisch, Gemüse, die meisten Obstsorten und Soja. Jetzt wurden die verschiedenen Varianten des gezüchteten Champignons (Agaricus bisporus), der weiße und braune Champignon sowie der Portobello laut mehreren, parallel laufenden und übereinstimmenden Forschungen in die Superlebensmittel aufgenommen. Aufgrund der Forschungsergebnisse ist dieser ehrenvolle Titel gerechtfertigt, da der Champignon zahlreiche positive Eigenschaften hat, die eine wohltuende Wirkung auf die menschliche Gesundheit haben. In den letzten Jahren wurden biologisch aktive Stoffe nachgewiesen, die im Kampf gegen Krebserkrankungen sowie Herz- und Gefäßsystemkrankheiten helfen können.

Das Beckman Research Institute und die City of Hope A Duarte, California haben festgestellt, dass der Champignon Stoffe enthält, welche die Aktivität des den Östrogen-Spiegel anhebenden Enzyms Aromatase vermindert. Die übertriebene Östrogen-Produktion des Körpers erhöht nachgewiesen das Brustkrebs Risiko.  In der ersten Forschungsphase wurden sieben unterschiedlichen Pflanzen –  Zwiebeln, Sellerie, Karotte, Paprika,  Brokkoli, Spinat und der Champignon – untersucht. Die größte Konzentration an Aromatase-Inhibitoren wurde im weißen Champignon gefunden. In der zweiten Forschungsphase wurden unterschiedliche Pilzarten unter die Lupe genommen: Portobello, Shiitake, brauner Champignon, Seitling, Enoki, Judasohr, Pfifferling und weißer Champignon. Aufgrund der Forschungsergebnisse wurde die größte Konzentration an Aromatase-Inhibitoren im weißen Champignon gefunden.

Im City of Hope Gesundheitszentrum wurde der Zusammenhang zwischen dem Champignon und der Entstehung von Prostatakrebs untersucht. Es wurde festgestellt, dass im Champignon zwei Stoffe vorhanden sind, welche die Funktion von zwei Enzymen (Steroid-5-alpha-Reduktase und Aromatase) die mit der Entstehung von Prostatakrebs zusammenhängen können, behindern.

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Auf der staatlichen Universität Pennsylvania wurde unter der Leitung vom Professor Robert Beelman die Präsenz von L-Ergothionein in Pilzen untersucht. Das L-Ergothionein ist ein sehr starkes Antioxidans. Früher wurde gedacht, dass die besten Quellen dieses Stoffes die Hühnerleber und Weizenkeime sind. Es hat sich herausgestellt, dass Pilze mehr L-Ergothionein enthalten. Am meisten davon haben die Pilze Shiitake, Maitake und Seitlinge. Auch im Champignon kommt es in vierfacher Menge wie in der Hühnerleber und in zwölffacher Menge wie im Weizenkeim vor. Das L-Ergothionein wir auch beim Kochen nicht geschädigt, was sich auf den Abwechslungsreichtum der Zubereitungsarten positiv auswirkt.

Mehrere Versuche haben gezeigt, dass der regelmäßige Verzehr von Pilzen als hervorragender Bestandteil der cholesterinarmen Diät,  Herz- und Gefäßsystemkrankheiten vorbeugen kann.  Im weißen Champignon wurde in bedeutender Konzentration Lovastatin gefunden, das aktiv die Funktion des für die Cholesterinsynthese verantwortlichen Enzyms verhindert.

Das im Körper in entsprechender Konzentration vorhandene Selen ist zur physiologischen Funktion des Immunsystems unentbehrlich, die neuesten Forschungsergebnisse haben sogar darauf hingewiesen, dass das Spurenelement Krebs vorbeugt. Der Champignon ist eine bedeutende Selenquelle. Die Einfuhr von Selen hat in den letzten Jahren so viel an Bedeutung gewonnen, da die Mehrheit der Einwohner mehrerer Länder, z.B. die Briten, an chronischem Selenmangel leidet.

Die meisten Pilze sind außerdem ausgezeichnete Quellen für Riboflavin, Kalium, Kupfer, Thiamin, Niazin und Folsäure. Aufgrund dessen werden die Pilze mit Recht zu den Superlebensmitteln gezählt  und hier wiederum ausdrücklich der Champignon aufgrund seiner Beliebtheit.

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